Der finnische Journalist Panu Karhunen hat untersucht, wie Menschen auf Reporter reagieren: Bei einem Journalisten mit einem Smartphone in der Hand blieben Passanten eher zu einem Interview stehen als bei zwei Journalisten mit professioneller Kameratechnik:

Mobile journalism can offer greater accessibility to a story than traditional TV journalism. Often, journalists get closer to the story and subject by working alone with a smartphone.

Für die Studie im Auftrag des Reuters Institute for the Study of Journalism an der Universität Oxford beobachtete Karhunen jeweils 200 Menschen in Helsinki. Der Reporter stellte Augenkontakt her und fragte dann: May I ask a question? Bei dem Reporter mit kleiner Smartphone-Technik blieben 43,5 Prozent der Passanten stehen, 33,5 Prozent ließen sich auf das Test-Interview ein. Bei dem Zweier-Team mit Kamera blieben nur 29,5 Prozent stehen, 21 Prozent erklärten sich zum Interview bereit. Die Hemmschwelle ist deutlich niedriger, wenn da ein einfacher Mensch ist und nicht gleich ein Team mit großer Ausstattung. 

The interviews showed that mobile journalism increases accessibility rather than diminishing it. It was suggested that greater accessibility through mobile journalism will change storytelling and narrative as well. 

Als möglichen Nachteil nennt der Autor, dass die Ausstattung mit dem Smartphone weniger professionell wirkt, dass dadurch die Glaubwürdigkeit beeinträchtigt sein könnte. Das aber lässt sich ja durch das Auftreten des Reporters kompensieren. Der Vorteil mobiler Technik, die Distanz zu einem Befragten zu verringern, könnte noch deutlicher zum Tragen kommen, wenn Reporter nicht einfach nur da stehen, sondern auf Menschen zugehen - da entscheidet oft der erste Eindruck, ob sich ein Gegenüber eher verschließt oder zum Gespräch bereit ist.

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