| "Agenturen brauchen einen Relaunch" |
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| Freitag, den 20. März 2009 um 08:07 Uhr | |||
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Mehr Recherche, mehr Kompetenz, mehr Multimedia - so lautet die Empfehlung des Medienberaters Wolfgang Wähner-Schmidt für die strategische Ausrichtung der Nachrichtenagenturen. "Ich sehe große Chancen, wenn Agenturen verstärkt in eigene Recherchen investieren, journalistische Kompetenz in wichtigen Themengebieten aufbauen und das dann multimedial aufbereiten", erklärte der ehemalige Reuters-Chefredakteur in einem Interview des Medium-Magazins. Wähner-Schmidt kritisierte, dass es den Agenturen in Deutschland schwer falle, "mit der technischen Entwicklung Schritt zu halten". Weil Text- und Fotofeeds bei den meisten Redaktionssystemen getrennt seien, biete der Agenturdienst den Redakteuren in den Medien kein hinreichend attraktives Angebot. Wegen des hohen Preisdrucks und geringer Gewinnmargen werde einfach nicht genug investiert. "So bieten etwa weder AP noch Reuters in ihren deutschen Diensten die Multimedia-Anwendungen an, die ihre internationalen Angebote längst haben." Auf die Frage nach den Ursachen der "Agentur-Krise" verwies der Berater darauf, dass die in der Ertragskrise steckenden Zeitungen immer noch die wichtigste Kundengruppe seien. "Online hingegen will noch nicht zahlen, weil es noch kein Geld verdient." Das Ergebnis sei ein wachsender Preisdruck im Geschäft der Nachrichtenagenturen. "Das trifft in erster Linie dpa und AP, während ddp und AFP davon profitieren." Die Entwicklung werde sich eher verschärfen, wenn keine Erneuerung stattfinde. "Auch die Agenturen brauchen einen Relaunch", sagte Wähner-Schmidt.
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