Weit mehr als eine Visitenkarte - die Vorbereitungen auf einen Relaunch von reuters.com machen deutlich, dass das Web für Nachrichtenagenturen zu einer zentralen Plattform wird. Hier werden sowohl im Desktop-Browser als auch mobil aktuelle Meldungen, Fotos und Videos verbreitet. Dabei zeichnet sich ab, dass die bisher in Deutschland so strikt beachtete Unterscheidung zwischen B2B und B2C zusammenbricht: Das neue Reuters.com enthält einen Menü-Eintrag "The Wire" - mit den aktuellsten Meldungen aus aller Welt in voller Länge, frei zugänglich für alle Besucher der Website.

"Our new approach will let readers focus on the world's best reporting, photojournalism, market data, video and opinion, all delivered with the context that you need." (Reuters zur Preview der neuen Website)

Kontext ist hier der zentrale Begriff. Das Nachrichtenportal hält an dem Konzept einzelner Artikel fest, stellt diese aber in einen größeren Informationsfluss - in Analogie zur Timeline der Social-Media-Erfahrung. Klickt man etwa auf einen tagesaktuellen Artikel über den Bürgerkrieg in Syrien, finden sich darunter die Syrien-Artikel der vergangenen Tage - jeweils mit einer Schaltfläche für noch weiter zurück liegende Beiträge zu diesem Thema.

 

 

 

 

 

"Die neue Reuters Site bringt die App-Erfahrung ins Web und wurde von Grund auf so entworfen, dass die News-Konsumgewohnheiten der Nutzer ausdrücklich berücksichtigt wurden", erklärte das Unternehmen zu den Designzielen. Ein Vergleich der neuen Website (oben) mit der Reuters-App News Pro auf dem iPad (unten) zeigt deutlich die Ähnlichkeiten. Wann die "Preview"-Phase abgeschlossen wird und die neue Website auf reuters.com geschaltet wird, ist nicht bekannt - Reuters sagt dazu lediglich: "later this year".

 

 

Der zentrale Baustein für das neue Web-Design, die Schnittstelle zwischen Daten und ihrer Präsentation ist eine von Reuters entwickelte API, die auf etwa 20 000 News Items aller Art am Tag zugreift, wie Paul Smalera, Technology Editor bei reuters.com in einem Mozilla-Blog erklärte. Die Daten werden in der Cloud abgelegt, wobei Reuters Amazon-Dienste nutzt. Die API greift auf die Vielfalt der in Texten oder Fotos eingefügte Metadaten zu, um die neuen thematisch strukturierten News-Timelines zu erzeugen:

"As we build more and more of the new system, we’ll be able to use that metadata to do delightful new things with our content."

Auf diese Weise könnten ganz neue Wege im Online-Journalismus eingeschlagen werden, erklärte Smalera.

Das Geschäftsmodell für das neue Reuters-Portal setzt auf Werbung - in der Preview-Version ist dies erst ansatzweise sichtbar. Der Chef von Reuters Digital, Jim Roberts, sagte in einem Interview des Nieman Labs, Nachrichtenportale im Web seien immer noch ein mächtiger Anziehungspunkt und könnten erheblichen Traffic generieren. Die Entwicklung gehe aber in eine andere Richtung: "The days where you could drive big portion of audience to any single page? That’s pretty much done."

 


 

matthiaspeters0 RT @MatVanGem: AFP, DPA, Reuters etc. - alle Nachrichtenagenturen berichten über #TTIPleaks #rpTEN https://t.co/cWjsRu0Mqz
MatVanGem AFP, DPA, Reuters etc. - alle Nachrichtenagenturen berichten über #TTIPleaks #rpTEN https://t.co/cWjsRu0Mqz
nwnews @the_last_voice Falsche Frage. Wir bezahlen aber Bild- und Nachrichtenagenturen für ihre Leistungen. Du liest nur beim Arzt? Alles für umme?
ThomasWalde @mayon12345 die Zitate werden von einer >Reihe von NAchrichtenagenturen wiedergegeben. SAgen Sie, sie seien falsch? @jalenz
limurd RT @NOnuegida: Protest gegen AfD-Parteitag: Polizei nimmt Hunderte fest - Live-Ticker "Nachrichtenagenturen sehen nur... https://t.co/0v46
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