| "Al Kaida" statt "El Kaida" - neue Schreibweisen |
| Samstag, den 26. Juni 2004 um 20:28 Uhr |
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Vertreter der deutschsprachigen Nachrichtenagenturen in Hamburg haben sich bereits im September 2003 bei dpa in Hamburg getroffen, um unter anderem über die Empfehlungen für die Schreibweisen ausländischer Namen zu beraten. Jetzt liegen die Ergebnisse vor. Wichtigstes Ergebnis: der Verzicht auf die bisherige Standard-Festlegung für "el" in arabischen Namen. "Der zeitkritische Agenturbetrieb fordert einfache und praktisch orientierte Regeln, die jeder Redakteur auch ohne tiefergehende Kenntnisse einer bestimmten Schriftsprache anwenden kann", heißt es in der Einführung der Transkriptionsregeln, die unter Federführung der dpa neu gefasst wurden. "Bei der Umsetzung von Personennamen und geografischen Bezeichnungen in die lateinische Schrift gibt es also nicht die richtige Lösung, sondern immer nur eine Annäherung an das Original." Eine Verständigung auf eine solche "Annäherung" liegt nicht zuletzt im Interesse der Agenturkunden. Denn wenn eine Zeitung mehrere Agenturdienste bezieht, besteht das Risiko, dass ein- und derselbe Name im Blatt in unterschiedlichen Schreibweisen auftaucht - mitunter auch im gleichen Bericht, wenn Informationen aus Nachrichten unterschiedlicher Agenturen zu einer "Combo" verarbeitet werden. Die neuen Transkriptionsregeln beseitigen Unklarheiten und führen neue Differenzierungen ein. Die wesentlichsten Änderungen ergaben sich bei arabischen Namen. Hier wird die jahrzehntelange Festlegung aufgegeben, dass die arabischen Namensbestandteile "al", "el", "as" u.a. einheitlich als "el" geschrieben werden. Stattdessen heißt es nun: "Die in Namen enthaltenen Artikel 'el' und 'al' werden grundsätzlich als 'al' geschrieben." Wenn in englisch transkribierten Namen ein -h einem Vokal folgt, wird dies in der deutschen Transkription gestrichen. Und ein s zwischen Vokalen wird grundsätzlich als ss interpretiert. Die letzten beiden Änderungen sind vor allem die Konsequenz aus Unstimmigkeiten bei Ortsangaben im Irak-Krieg (z.B. bei Mosul/Mossul). Allerdings übernehmen nicht alle Agenturen die Empfehlungen sofort und in einheitlicher Weise. So richtet sich etwa AP bei der Entscheidung zwischen "el" und "al" künftig nach der englischen Schreibweise, so dass der IAEA-Direktor weiterhin "El Baradei" heißt. In 95 Prozent der Fälle wird die neue Schreibweise aber auf ein "al" hinauslaufen. Auch bei dpa wird eingeschränkt, dass die Neufassung der Regeln "nur für neue und nicht für eingeführte Schreibweisen" gilt. Und bei Sportlern ist künftig der Spielerpass oder der Schriftzug auf dem Trikot maßgeblich - und das ist meistens die englische Transkription. Der vom FSV Mainz 05 zum 1. FC Köln gewechselte Fußballspieler BOPONИN aus der Ukraine wird somit als Voronin geführt - die Frage der Schreibweisen ausländischer Namen wird auch künftig abwechslungsreiche Antworten finden...
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