Washington Post würdigt Arbeit von Nachrichtenagenturen

Muss man sich als überregionale Zeitung schämen, wenn Agenturmaterial verwendet wird? Man könnte das fast glauben, wenn immer wieder mal Agenturmeldungen nicht mit der Agenturkennung, sondern mit einem Redakteurskürzel in der Zeitung verwendet werden. Jetzt aber hat sich die ehrwürdige Washington Post mit einem Beitrag ihres Ombudsmanns Patrick B. Pexton für die Arbeit der Nachrichtenagenturen in die Bresche geworfen.

"Lange vor Twitter war Associated Press da", schreibt Pexton in einem Kommentar der Online-Ausgabe der Post. "AP und andere Nachrichtendienste wie Reuters und Agence France Presse agieren, wie AP sagt, als 'Rückgrat' des Weltinformationssystems. Keiner von uns in diesem Geschäft könnte seine Arbeit ohne sie gut machen." Der Kommentar wendet sich gegen die auch in Deutschland oft zu hörenden Bemerkung, warum die Zeitung denn "nur" Agenturmaterial verwendet habe. Es sei falsch, wenn hier eine geringere Qualität unterstellt werde, betont Pexton. Schließlich gebe es auch immer wieder personelle Wechsel zwischen der Washington Post und dem AP-Büro in Washington.

"AP und andere Dienste beschäftigen großartige Reporter und Fotografen", schreibt Pexton. "Jeden Tag berichten sie als erste über wichtige Themen und kämpfen darum, Informationen von abweisenden Regierungen zu bekommen, in den USA wie im Ausland." Der Beitrag weist auf Beispiele hin, bei denen Nachrichtenagenturen als erste über bedeutende Ereignisse berichtet haben - Beispiele, die sich in Deutschland gerade in den vergangenen Wochen ergänzen ließen.