AFP in Deutschland: Leichter Umsatzknick, aber höhere Zeitungsreichweite
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- Erstellt am Mittwoch, 01. Februar 2012 07:46
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Das zuletzt schwierigere Geschäft mit Online-Portalen nennt AFP als Ursache für einen leichten Umsatzrückgang in Deutschland: Die Berliner Tochtergesellschaft nahm laut vorläufigem Jahresabschluss im vergangenen Jahr 7,4 Millionen Euro ein, rund 50.000 Euro oder 0,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Dies sei vor allem auf geringere Erlöse mit fertigen Online-Produkten für Webportale zurückzuführen, teilte Geschäftsführer Clemens Wortmann auf Anfrage von agenturjournalismus.de mit. Vor allem kleinere Portale hätten angesichts der schlechten Geschäftslage ihre Ausgaben überprüft.

Wie in den Vorjahren sei bei der AFP-Gruppe in Deutschland, die auch die Sportnachrichtenagentur SID einschließt, wieder ein Gewinn von etwa einer halben Million Euro erzielt worden. Für das laufende Jahr erwartet die Berliner AFP GmbH eine Umsatzsteigerung von 3,2 Prozent und einen verbesserten Jahresüberschuss.
"Die Umsätze mit Text- und Grafikangeboten waren bei uns stabil, bei Foto ging es leicht und bei Video steil bergauf", erklärte Wortmann zu den Geschäften im Jahr 2011. Einige Tageszeitungen haben nach seinen Angaben erstmals AFP abonniert, darunter die beiden in Nürnberg erscheinenden Zeitungen, die Mitteldeutsche Zeitung in Halle, die Mittelbayerische Zeitung in Regensburg, die Neue Westfälische in Bielefeld und die Südwest-Presse in Ulm - teilweise zusätzlich, teilweise als Ersatz für andere Agenturen. AFP führt nun 89 Print-Titel und 25 Rundfunksender als Bezieher des deutschen Dienstes.
"Die sehr wenigen Kündigungen unseres Textdienstes erfolgten ersatzlos aus Spargründen", schrieb Wortmann in einer E-Mail. AFP rechne auch nicht mit negativen Auswirkungen der veränderten Konstellation im Wettbewerb: "Dass Wettbewerber preiswerter als wir anbieten, kennen wir schon seit vielen Jahren; das Preis-Leistungsverhältnis ist letztlich entscheidender." Die AFP GmbH beschäftigt 71 Mitarbeiter; die ganze Gruppe zählt rund 165 Beschäftigte in Deutschland.
Aus Paris gibt es bislang noch keine endgültigen Zahlen für die AFP-Geschäfte im vergangenen Jahr. Erwartet wird dort ein Umsatzplus von etwa zwei Prozent auf rund 284 Millionen Euro, davon 115 Millionen oder 40,5 Prozent aufgrund von Verträgen mit staatlichen Stellen. Die gesetzliche Grundlage für diese Zahlungen wird derzeit überarbeitet.