AP und dapd verhandeln über französischen Dienst

Associated Press unternimmt nach einem Bericht der Zeitung "Le Nouvel Observateur" einen neuen Anlauf, um sich von seinem Nachrichtendienst in Frankreich zu trennen. Die Geschäftsleitung von AP Frankreich führe deswegen Verhandlungen mit dapd, wie die Zeitung unter Berufung auf Gewerkschaftskreise berichtete. Erstmals seien die Gespräche als Verhandlungen bezeichnet worden, betonte ein Gewerkschaftsvertreter. 

Im Zuge ihres Rückzugs auf den Kernmarkt USA versucht AP schon seit Jahren, den chronisch defizitären Dienst in Frankreich zu verkaufen. Vor dreieinhalb Jahren scheiterte der Verkauf an die Unternehmer Bertrand Eveno und Vincent Bolloré am Widerstand der Redaktion. AP drohte damals mit der Einstellung des Dienstes. Danach kam es zum Verkauf des deutschen AP-Dienstes an die Besitzer der damaligen Nachrichtenagentur ddp mit dem folgenden Zusammenschluss zur dapd. Schon damals gab es auch Gespräche über einen Verkauf des französischen AP-Dienstes an die dapd media holding AG. Im Juli dieses Jahres übernahm dapd dann die Fotoagentur Sipa Press. 

Die Gewerkschaften zeigten sich in einer ersten Reaktion ablehnend: Nach jahrelanger Misswirtschaft wolle AP Frankreich den Dienst und seine Beschäftigten nun an dapd-Sipa verkaufen, "ohne sie um Rat zu fragen und ohne ihnen eine Wahl zu lassen", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Gewerkschaften SNJ, CFDT und CGT. AP Frankreich beschäftigte zuletzt noch 57 Angestellte, darunter 25 Journalisten, sowie 69 freie Mitarbeiter.