"journalist" zum Wettbewerb von dpa und dapd

Brauchen die Medien in Deutschland eine zweite Vollagentur? Im August-Heft der Zeitschrift journalist beantwortet Svenja Siegert die Frage mit "eigentlich nicht" - denn keine Redaktion werde schon aus Kostengründen zwei Vollagenturen beziehen wollen. Daraus ergibt sich aus Sicht der Autorin auch, warum das Verhältnis zwischen Markführer dpa und Herausforderer dapd so angespannt ist - auch wenn man nicht so weit gehen muss wie die New York Times, die unlängst in einem Artikel über die Nachrichtenagenturen in Deutschland die Erinnerung an den Kalten Krieg bemühte. 

Mit Blick auf den für September angekündigten Start eines neuen gemeinsamen Basisdienstes der bislang noch getrennten Einheiten DAPD (ehemalige AP Deutschland) und ddp sieht Svenja Siegert im Preis-Leistungsverhältnis das entscheidende Erfolgskriterium für den neuen Anbieter: "Wenn dapd ihren Kunden für deutlich weniger Geld eine annähernd gute Leistung bieten wird, könnte es klappen." Allerdings sei dapd "noch weit davon weg, tatsächlich eine Vollagentur zu sein". Als Schwachstellen nennt die Autorin die fehlende Sportberichterstattung und auch das Regionale. Der neue Nachrichtenanbieter hat angekündigt, weitere Journalisten einzustellen, in Landesbüros und in der neuen Redaktionszentrale in Berlin mit 120 Mitarbeitern. Svenja Siegert resümiert: "Spannend wird es also zu dem Zeitpunkt, wenn sich dapd tatsächlich aufgestellt hat."