AP und Dow Jones setzen iPad-Magazin Zite unter Druck

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Einen Monat nach dem Start des iPad-Magazins Zite bekommen die kanadischen Entwickler den geballten Zorn der Medienbranche zu spüren: Die Anwälte von elf Verlagen und Content-Anbietern in den USA, darunter die Nachrichtenagentur Associated Press und Dow Jones mit der Finanznachrichtenagentur Dow Jones Newswires, schickten Zite-Vorstandschef Ali Davar eine Abmahnung. Ohne Erlaubnis der Copyright-Inhaber präsentiere Zite deren Inhalte in einer veränderten Form, heißt es in dem im Netz veröffentlichten Brief - ärgerlich für die Agenturen und Verlage ist vor allem, dass dabei die Werbung entfernt  wird und dass ihre Websites keinerlei zusätzlichen Traffic bekommen.

"Wir haben Ihre Anwendung genau geprüft. Wir wenden uns an Sie, um zu erklären, wie Zite unserem Geschäft schadet, wenn unser geistiges Eigentum unterschlagen wird, und um darauf zu dringen, dass Sie dies sofort einstellen." Die Verlage und Nachrichtenagenturen erklären weiter: "Für das Sammeln und Berichten von Nachrichten und Informationen geben wir im Jahr mehrere hundert Millionen Dollar aus." Die iPad-Anwendung vergehe sich am geistigen Eigentum der Content-Anbieter wie an der "harten und manchmal gefährlichen Arbeit zehntausender von Menschen".

Ähnlich wie das iPad-Magazin Flipboard nutzt Zite die Links zu Nachrichtenbeiträgen, wie sie auf Facebook, über Twitter oder über RSS-Reader wie den Google Reader veröffentlicht werden und präsentiert die dort enthaltenen Inhalte. Dabei analysiert Zite die Lesegewohnheiten der Nutzer und passt die Auswahl der aggregierten Inhalte aus dem Netz daran an.

Zite-Vorstandschef Ali Davar schrieb in einem Kommentar zu einem Bericht bei All Things Digital, er wolle mit den Verlegern zusammenarbeiten, nicht gegen sie wirken. Wenn ein News-Anbieter dies wünsche, würden dessen Inhalte nur noch in einer Web-Ansicht präsentiert - also nicht mehr im Layout der App, sondern auf der Website des Content-Providers. Er sei zurzeit mit Verlegern im Gespräch, um eine für beide Seiten finanziell lukrative Lösung zu finden, gleichzeitig aber die Nutzung von Zite nicht zu verschlechtern.