Ruhestand für Erna - dpa hat es jetzt mit Ines
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- Erstellt am Freitag, 24. Juni 2011 13:28
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Eine Lebenszeit von 38 Jahren gibt es nicht oft in der Informationstechnik. So lange hat das Redaktionssystem der dpa Meldungen und Korrespondentenberichte verarbeitet, von der Eingabe des Reporters oder Redakteurs bis zum Transport in die Redaktionssysteme der Agenturkunden. Jetzt wurde das auf fünf Servern in Hamburg betriebene System abgeschaltet. Mehrere Generationen von Agenturjournalisten sind mit der Elektronischen Rechnergesteuerten Nachrichtenvermittlungsanlage - kurz ERNA - und den zugehörigen Anwendungen PEN (Personal Editor News) und STAR (Strukturierter Arbeitsplatz Redaktion) groß geworden. Die Nachfolgerin - dpa mag Mädchennamen - heißt INES: Integrated News Editing System.
Als die erste ERNA-Generation 1973 in Betrieb ging, begann bei dpa das Schreiben und Redigieren am Bildschirm. Zuvor wurden die Meldungen noch auf Schreibmaschine verfasst und über Fernschreiber mit Lochstreifenerfassung verschickt.
Integriert ist das neue Redaktionssystem, weil es eine einheitliche Plattform für Text und Bild bietet. Multimedia-Inhalte können mit INES bearbeitet, miteinander verknüpft und publiziert werden. Das System unterstützt neben dem bisherigen Standard IPTC 7901 auch neue Formate wie G2, könnte also auch die Metadaten dieses Standards unterbringen.
Die Bildproduktion der dpa wurde bereits Ende 2009 auf INES gebracht. Im vergangenen Jahr folgten dann mit der Einrichtung der Zentralredaktion in Berlin zunächst der Kindernachrichtendienst, der Themendienst und die Netzwelt-Redaktion. Jetzt wurde die Umstellung auch in allen anderen Redaktionen und an den Korrespondentenplätzen abgeschlossen. Für mobile Reportereinsätze gibt es auch einen Web-Client von INES.
Auch dapd hat im Herbst vergangenen Jahres ein neues Redaktionssystem eingeführt: Das Multimediale APA-Redaktionssystem (MARS) weist im Namen auf seinen Ursprung als Entwicklung der Austria Presse Agentur hin. Auch INES hat ausländische Wurzeln - es beruht auf dem Redaktionssystem MRS der tschechischen Nachrichtenagentur CTK und wurde in Zusammenarbeit mit dem Lösungsanbieter Netpioneer und dem Designbüro Human Interface Design für die Anforderungen der dpa weiterentwickelt.