dpa will 2011 wieder in die schwarzen Zahlen

Nach zwei Jahren mit einem Fehlbetrag in der Bilanz strebt die Deutsche Presse-Agentur für 2011 wieder einen Gewinn an. "Geschäftsführung und Chefredaktion haben es sich ... auf die Fahnen geschrieben, im Geschäftsjahr 2011 wieder ein positives Ergebnis in der dpa-Gruppe auszuweisen", schrieb Geschäftsführer Michael Segbers in dem am Mittwoch vorgelegten Geschäftsbericht. An Kennzahlen weist dieser rückläufige Entwicklungen bei Umsatz (minus 2,7 Prozent auf 87,8 Millionen Euro) und Ergebnis nach Steuern (minus 35,9 Prozent auf einen Fehlbetrag von 5,2 Millionen Euro) auf. Die Zahl der Mitarbeiter verringerte sich nur noch leicht um 15 auf 729 - 462 Redakteure und 120 Angestellte.

Der Fehlbetrag sei zwar nicht erfreulich, doch stehe die Agentur wirtschaftlich weiterhin auf einer sehr soliden Basis, erklärte Segbers. Als Gründe für die Entwicklung nannte er die Kosten für den Aufbau der Zentralredaktion in Berlin und für die Einführung des neuen Redaktionssystems ines. Außerdem seien Rückstellungen für eine "Neuausrichtung der redaktionellen Strukturen im Ausland" getroffen worden. 

Die redaktionelle Neuaufstellung wird in diesem Jahr mit dem Projekt "Pro Inland“ forgesetzt - dazu gehören die Bildung von Regio-Desks in Hamburg, Hannover, Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, München und Stuttgart. "Das bedeutet für unsere Redakteure und Fotografen, noch mehr Zeit zu haben, um genau dort zu sein, wo gerade Interessantes passiert - bei den Menschen in Dresden und Rostock, Kiel und Köln, Saarbrücken und Nürnberg“, sagte Chefredakteur Wolfgang Büchner. "Alle Regio-Desks nehmen in diesem Sommer ihre Arbeit auf, und die ersten Erfahrungen sind sehr erfreulich.“ Im Geschäftsbericht kündigte er außerdem die Entwicklung einer Social-Media-Strategie an.

Einen Tag vor dpa stellte die Nachrichtenagentur dapd auf einer Pressekonferenz den früheren Innenminister Otto Schily als neues Mitglied ihres Beirats vor. Neu im nunmehr fünfköpfigen Vorstand ist Leonhard Reznicek, der sich um die strategische Ausrichtung und neue Geschäftsfelder kümmern soll. Angaben zur Bilanz des vergangenen Jahres machte dapd nicht. Nach unbestätigten Medienberichten betrug der Umsatz im vergangenen Jahr rund 30 Millionen Euro. Zur Preisgestaltung des Nachrichtendienstes sagte Miteigentümer Martin Vorderwülbecke: "Wir wollen 30 Prozent günstiger sein als der Wettbewerb."