dapd kauft sich ein "Fenster zur Welt"

Der sich schon länger abzeichnende Verkauf von Sipa Press an die Nachrichtenagentur dapd ist auf beiden Seiten des Rheins ganz unterschiedlich betrachtet worden.Während in Deutschland vor allem von einem Angriff auf die Position von AFP geschrieben wurde, bedauerten viele Kulturberichterstatter in Frankreich den schmerzlichen Niedergang eines Aushängeschilds des Fotojournalismus. Jetzt ist der Verkauf abgeschlossen. Für die neuen Besitzer des "Fensters zur Welt", wie sich Sipa Press im Internet nennt, erklärte dapd-Mitinhaber Martin Vorderwülbecke in einer Pressemitteilung: „Wir wollen die Marktstellung von Sipa Press noch verstärken und neue Segmente hinzugewinnen, indem wir unser Angebot erweitern.“

Während einer Pressekonferenz sagte Vorderwülbecke nach einer Meldung von AFP, die dapd-Gruppe wolle im nächsten Jahr einen nationalen und internationalen Volldienst für den französischen Markt vorstellen - "vielleicht im Frühjahr 2012". Es gehe um einen Qualitätswettbewerb mit AFP, aber auch "der Wettbewerb über die Preise ist immer das, was die Kunden wollen". Für den Start eines französischen Dienstes werde an eine Redaktion mit etwa 30 Journalisten gedacht. In der Pressemitteilung zum Kauf von Sipa Press zu einem nicht genannten Preis heißt es: "dapd betrachtet die Übernahme als strategische Investition, um ihr europäisches Netzwerk auszubauen."