Bei Associated Press geht die Ära Curley zu Ende

Der Verwaltungsrat von AP sucht einen neuen Mann an der Spitze: Tom Curley, der 12. Präsident in der Geschichte der US-Nachrichtenagentur gibt in diesem Jahr seine Amtsgeschäfte ab, wie Associated Press mitteilte. In den neun Jahren seiner Amtszeit erwies sich der vom Boulevardblatt "USA Today" zu AP gekommende Manager als "transformative leader", wie Verwaltungsratschef William Dean Singleton in seiner Würdigung schrieb. Bald nach Beginn der Amtszeit 2003 wurde die unter Curleys Vorgänger Lou Boccardi (1985-2003) noch betont schlanke Management-Struktur erweitert, zahlreiche neue Vice Presidents wurden mit spezifischen Aufgaben betraut, darunter auch der forcierte Ausbau digitaler Angebote.

Ein eigener Europa-Desk in London trieb zunächst die Internationalisierung der Agentur voran. Unter dem Eindruck der beginnenden Zeitungskrise in den USA leitete Curley ein Sparprogramm mit einem zehnprozentigen Stellenabbau ein. Außerdem konzentrierte sich AP verstärkt auf den heimischen Markt: 2007 wurde der niederländische Dienst verkauft, 2009 der deutsche Dienst, für den französischen Dienst konnte noch kein Käufer gefunden werden. “Tom Curley war der perfekte Mann, um AP durch die härtesten Zeiten zu führen, die die Medienbranche je erlebt hat", zitiert die Agentur den Verwaltungsratschef Singleton. Curley bleibt nun noch so lange, bis ein Nachfolger gefunden ist, um einen nahtlosen Übergang sicherzustellen.