dapd veröffentlicht Ratgeber: Twittern als Live-Medium
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- Erstellt am Mittwoch, 07. Dezember 2011 23:07
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Die Notlandung auf dem Hudson, die Tötung von Osama bin Laden oder der Bombenanschlag und das Massaker in Norwegen - Twitter ist immer am schnellsten gewesen. Wie Nachrichtenjournalisten die Kommunikationsplattform für ihre Arbeit nutzen können, beschreibt ein Ratgeber der Nachrichtenagentur dapd. Der Autor Daniel Bouhs, seit heute in der Position eines Leiters „Netzwelt“, erklärt im ersten Teil des Buchs „Soziale Netzwerke für Nachrichtenjournalisten“, wie auch die Politik nach und nach Twitter entdeckt hat.
Anhand von vier Beispielen zeigt Bouhs dann, wie Twitter im Redaktionsalltag zum Einsatz kommt. Und Twitter ist keine Einbahnstraße. Wer nimmt, muss auch geben. Am interessantesten ist hier die Beschreibung von BBC, wo Wirtschaftsredakteur Tim Weber zitiert wird: „Wir twittern direkt, ohne eine redaktionelle Abnahme.“ Twittern sei damit wie die Moderation im Radio ein Live-Medium. Allerdings schränkt der Autor ein: „Die mangelnde redaktionelle Kontrolle führt schon mal zu Entgleisungen.“ So habe die Mitteilung eines Reporters zur Finanzierung eines regionalen Senders in Wales für „arge Verstimmung bis ins Management“ geführt.
Der Ratgeber gibt Hinweise zur Verifizierung von Internet-Quellen und nennt auch einzelne Pannen wie die Verbreitung von Videoszenen, die vermeintlich aus Syrien stammten, sich dann aber als Aufnahmen aus dem Irak erwiesen. „Die sicherste Methode“, schreibt Bouhs, „um zu erfahren, ob hinter einem Profil wirklich derjenige steckt, der vorgegeben wird, ist zweifellos die langfristige Beobachtung.“ Und hier sei der Spezialist, der sich kontinuierlich seinem Fachgebiet widme, gegenüber dem Generalisten im Vorteil.
(Damiel Bouhs: dapd-Handbuch: Soziale Netzwerke für Nachrichtenjournalisten. Verlag tredition, Hamburg 2011. 114 Seiten. 24,90 Euro)