| Google wird zum "News-Hoster" |
| Mittwoch, den 05. September 2007 um 11:47 Uhr |
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Die von einer Software zusammengestellten Nachrichtenseiten bei Google bestehen bislang meist aus Links zu den Portalen unterschiedlicher Medien. Jetzt hat Google damit begonnen, ausgewählte Nachrichten auch auf eigenen Seiten anzubieten und verwendet dazu den Content von vier Nachrichtenagenturen. Der neue Auftritt als "News-Hoster", wie Google das nennt, ist das Ergebnis von Verträgen mit AFP, AP, der britischen Press Association (PA) und der Canadian Press (CanPress). Dem Abschluss dieser Lizenzverträge gingen unterschiedliche Vorstöße wegen möglicher Copyright-Verletzungen durch die Google News voraus; AFP reichte deswegen sogar eine Klage ein. Die neue Nachrichtenpräsentation in der US-Ausgabe der Google News ist auf der Startseite zunächst kaum zu erkennen. Nur wenn man mit der Maus über einen Link fährt, sieht man, ob dieser auf news.google.com oder auf einen externen Link verweist. Die Nachrichten auf dem Google-Server werden von Bildern begleitet, Werbung gibt es zumindest vorerst noch nicht. Die Entwicklung von Google zum "News Hoster" tangiert auch das Verhältnis zwischen Nachrichtenagenturen und ihren Kunden. Bisher profitierten die Online-Ausgaben der Agenturkunden in Form von zusätzlichen Pageviews, wenn Interessanten an einer Nachricht über die Google News auf die eigenen Seiten geführt wurden. Wenn die Nachrichten vollständig auf dem Google-Server angezeigt werden, fällt dieser zusätzliche Traffic und die damit verbundene erhöhte Attraktivität auf dem Online-Werbemarkt weg. Nach einer Untersuchung des Instituts Hitwise entfallen allerdings nur 2,2 Prozent der Pageviews von Online-Zeitungen auf die Links von Google News. Bei den aktuellen Nachrichten ist Google bislang nur die Nummer zwei. Im Juli ermittelten die Marktforscher von ComScore Media Metrix 9,6 Millionen Besucher bei Google News, aber 33,8 Millionen für die Yahoo News. Das passt zu dem Science-Fiction-Ausblick von Horst Müller in die Medienwelt des Jahres 2031: Da gehört auch "die ehemalige Nachrichtenagentur dpa" zu Yahoo (in: what if? Zukunftsbilder der Informationsgesellschaft. Herausgegeben von Stefan Iglhaut, Herbert Kapfer und Florian Rötzer. Hannover: Heise Zeitschriftenverlag 2007. S. 9). Und 80 Prozent aller aktuellen Informationen werden weltweit über Google und Yahoo verbreitet.
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