Kündigung wegen dpa-Umzug in Axel-Springer-Gebäude  E-Mail
Freitag, den 06. November 2009 um 17:35 Uhr

In Berlin ist die Luft rauer als in Hamburg - der geplante Umzug der dpa-Redaktion in ein Gebäude des Axel-Springer-Verlags hat den Berliner Tagesspiegel zur Kündigung der dpa-Dienste veranlasst. "Der Umzug ist mit der gebotenen Unabhängigkeit der dpa nicht vereinbar, eine vertrauensvolle Zusammenarbeit so nicht mehr möglich", sagte Lorenz Maroldt, einer der beiden Tagesspiegel-Chefredakteure, der Nachrichtenagentur epd.

Die Entscheidung folgt nur wenige Tage nach dem Beschluss von dpa, ihre Redaktionen im Sommer 2010 im fünften Stock der Axel-Springer-Passage zusammenzulegen. Die Miete für die Redaktionsräume mit einer Fläche von 3.500 Quadratmetern fließt epd zufolge mittelbar dem Axel-Springer-Verlag zu, was bei den anderen Verlagen auf dem heftig umkämpften Berliner Zeitungsmarkt offenbar für Verstimmung sorgt.

Ein dpa-Sprecher bestätigte dem Handelsblatt den Eingang der Kündigung und kündigte Gespräche mit dem Tagesspiegel an. Die eigene Unabhängigkeit sei für die Nachrichtenagentur das höchste Gut, betonte der Sprecher.

 

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