| Dow Jones Newswires von Murdoch übernommen |
| Mittwoch, den 01. August 2007 um 11:58 Uhr |
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Die Finanznachrichtenagentur Dow Jones Newswires ist künftig ein Teil des Medienkonzerns von Rupert Murdoch. Ungeachtet zahlreicher kritischer Stimmen erwirbt dessen News Corp. das Mutterhaus Dow Jones zusammen mit der Zeitung The Wall Street Journal für rund 5,6 Milliarden Dollar. Damit endet die mehr als ein Jahrhundert alte Firmengeschichte von Dow Jones als Unternehmen der Familie Bancroft: Clarence Barron, dessen Tochter durch Heirat in die Bostoner Bancroft-Familie gelangte,kaufte im März 1903 Dow Jones & Company für 130.000 Dollar vom Firmenmitbegründer Charles Dow. Mehrere Mitglieder der Familie Bancroft äußerten die Befürchtung, dass Qualität und Unabhängigkeit des Wall Street Journals unter Murdoch leiden könnten. Das Kaufangebot wurde deswegen Anfang Mai zunächst zurückgewiesen. Aus Protest gegen die Übernahme erklärte Familienmitglied Leslie Hill seinen Austritt aus dem Verwaltungsrat. Zuvor hatte schon der deutsche Verleger Dieter von Holtzbrinck das Gremium unter Protest verlassen. Im Blickpunkt der Übernahme standen zunächst vor allem die Konsequenzen für den Zeitungsmarkt. Murdoch hat angekündigt, dass er die Position des Wall Street Journals in Europa und Asien stärken will - dies richtet sich offenbar vor allem gegen die Financial Times des Pearson-Verlags. Was die Übernahme für die Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires bedeutet, die 2004 in Deutschland auch die ehemalige Wirtschaftsnachrichtenagentur vwd übernommen hat, ist zunächst noch unklar. Im Geschäft mit aktuellen Finanzinformationen ist Dow Jones Newswires hinter die Wettbewerber Reuters und Bloomberg zurückgefallen. Zur News Corp. gehören in den USA bereits der Fernsehsender Fox News Channel, der in seiner Berichterstattung einen betont konservativen Kurs verfolgt. In Großbritannien ist die News Corp. am Sender Sky beteiligt. Außerdem gehören die Zeitungen The Times of London und die Boulevardzeitung The Sun zum Konzern des australischen Unternehmers. Im Internet ist die Social Community MySpace ein Teil der Murdoch-Gruppe, die bei einem Umsatz von 25,3 Milliarden Dollar im Finanzjahr 2005/2006 einen Betriebsgewinn von 3,87 Milliarden Dollar auswies. Der 76-jährige Rupert Murdoch ist Vorstandsvorsitzender von News Corp. Als designierter Nachfolger gilt sein 34-jähriger Sohn James Murdoch, der zurzeit den britischen Fernsehsender Sky führt.
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