|
Montag, den 01. März 2010 um 16:25 Uhr |
|
Nach dem Nachrichtenangebot fürs iPhone will AP auch auf dem iPad Nachrichten, Fotos und Videos anbieten. "Wir müssen diese Gelegenheit ergreifen, um sowohl unsere Geschäftsmodelle als auch unseren Journalismus zu stärken", sagte Vorstandschef Tom Curley vor der Colorado Press Association. Associated Press tritt bereits auf dem iPhone als eigener Nachrichtenanbieter auf und erweitert so das traditionelle B2B-Geschäftsmodell (Business to Business, also Belieferung von Medienunternehmen) in Richtung B2C (Business to Consumer, also Belieferung auch von Endverbrauchern). Wie beim iPhone-App von AFP wird neben den Nachrichteninhalten auch Werbung transportiert. Im Zentrum steht bei AP aber erklärtermaßen die Absicht, die Zeitungen und Rundfunksender dabei zu unterstützen, "in der nächsten Welle von Internet-Geräten wie dem iPad von Apple digitale Produkte direkt an Leser zu verkaufen". Inwieweit ein solches Paid-Content-Modell funktioniert, ist in der Branche umstritten. Entscheidend wird die Antwort auf die Frage sein, ob Leser bereit sind, für maßgeschneiderte Informationsangebote auf dem iPad, einem E-Book-Reader oder ähnlichen Geräten zu zahlen. Schließlich bietet das iPad mit seinem Browser auch den Zugang zu den kostenlos verfügbaren Nachrichten-Portalen im Web. Curley sprach von einer Mischfinanzierung aus Werbung und Nutzergebühren. Jane Seagrave, AP-Managerin mit der neuen Aufgabe eines "Chief Revenue Officers", sagte, dass der Preis für die geplante iPad-Anwendung noch nicht feststehe. Möglicherweise werde sie zunächst kostenlos angeboten. Hauptunterschied zum iPhone mit seinem 3,5-Zoll-Bildschirm ist das große Display des für Ende März angekündigten iPads mit einer Diagonalen von 9,7 Zoll. Auch die New York Times und das Wall Street Journal bereiten Angebote für das iPad vor, wobei die Überlegungen in Richtung eines Abo-Modells gehen, wie es jetzt auch der Spiegel auf dem iPhone gestartet hat. Für die neue Strategie gründete AP einen eigenen Geschäftsbereich mit der Bezeichnung AP Gateway. Dieser ist zuständig für die Weiterentwicklung mobiler Dienste und Online-Präsentationen wie zuletzt zu den Olympischen Winterspielen von Vancouver und davor beim Weltklimagipfel in Kopenhagen. Auslöser für die Suche nach neuen Geschäftsmodellen war für AP vor allem die Anzeigenkrise der Zeitungen und Rundfunksender - die zugleich die Eigentümer der News-Kooperative sind. Dies hat AP 2008 veranlasst, die Gebühren für den Bezug der Nachrichtendienste deutlich zu senken. Die Einnahmen gingen dadurch im vergangenen Jahr um etwa sechs Prozent auf rund 700 Millionen Dollar zurück. AP reagierte auf diese Entwicklung mit einem Stellenabbau von zehn Prozent und dem Verkauf des deutschen Dienstes.
|