| Deja-Vu-Erlebnis für ehemaligen AP-Chefredakteur |
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| Mittwoch, den 09. Dezember 2009 um 17:58 Uhr | |||
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Renz kam 1959 zum deutschen Dienst von UPI. Nach einem Intermezzo beim Schweizer Dienst in Zürich war er zuletzt Chef vom Dienst in Frankfurt. Die Einstellung des deutschen Dienstes zeichnete sich spätestens nach einem zehntägigen Streik im Februar 1971 ab, der Tarifkonflikt um höhere Gehälter schlug damals hohe Wellen. So wechselte Renz bereits am 1. Juni 1971 zum deutschen Dienst von AP: "Ich habe das kommen sehen und bin vorher zu AP gegangen." Als der Dienst am 30. November 1971 eingestellt wurde, war Renz in der UPI-Redaktion an der Konstabler Wache in Frankfurt mit dabei: "Da haben wir beim Bier alle zusammen die letzte Meldung mit unserem Kürzel unterzeichnet." Damals habe eine richtige Endzeitstimmung geherrscht. "Ich war erschüttert, ich hing sehr an UPI." Von den UPI-Redakteuren fanden jeweils drei oder vier einen neuen Arbeitsplatz bei AP oder beim deutschen Dienst von Reuters, der 1971 gegründet wurde. "Der größte Teil der Redakteure ist aber zu ddp gegangen", erinnert sich Renz - unter ihnen der spätere Redenschreiber von Willy Brandt, Martin Süskind. Er habe das ddp-Projekt aufmerksam verfolgt, sagt Renz. "Die haben sich unheimlich Mühe gegeben und erstaunlich gut behauptet." Er habe das ddp anfangs nicht zugetraut. Nur in der Auslandsberichterstattung habe es große Lücken gegeben - ddp wertete damals die Dienste von Nachrichtenagenturen wie der japanischen Kyodo und der jugoslawischen Tanjug aus, ehe die Auslandsberichterstattung 1985 eingestellt wurde. Bei UPI in New York habe es immer "eine Fraktion gegeben, die den deutschen Dienst für überflüssig hielt", erinnert sich Renz. "Wozu brauchen wir einen solchen Dienst überhaupt?" sei gefragt worden. Das deutsche Tarif- und Arbeitsrecht mit Weihnachtsgeld und Betriebsrat sei in den USA auf völliges Unverständnis gestoßen. Er vermute, dass dann der Streik den Ausschlag gegeben habe für die Entscheidung, den deutschen Dienst einzustellen. Die Kosten seien nur ein vorgeschobener Grund gewesen. Von 1986 (Foto) bis 1990 war Renz Chefredakteur bei AP, ehe er 1997 in den Ruhestand trat. Auch in der New Yorker AP-Zentrale habe er die Vorbehalte gegen den deutschen Dienst gespürt, wobei er wegen seiner Erfahrungen bei UPI vielleicht besonders hellhörig gewesen sei. "Das habe ich bei AP in New York ähnlich erlebt", sagt Renz. Daher gebe es durchaus Parallelen zwischen dem damaligen Ende von UPI in Deutschland und der jetzigen Entscheidung von Associated Press, den deutschsprachigen Dienst zu verkaufen.
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Der Abschied von Associated Press aus Deutschland ist für Uli Renz ein Deja-Vu-Erlebnis: "Das erinnert mich sehr an das Ende von UPI im Jahr 1971", sagt der 75-Jährige im Gespräch mit agenturjournalismus.de. Damals entstand aus der UPI-Redaktion der Deutsche Depeschendienst, der jetzt die Tochter der zweiten amerikanischen Nachrichtenagentur übernommen hat.




