| AP-Betriebsrat: "Trauriger Tag" |
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| Dienstag, den 08. Dezember 2009 um 08:04 Uhr | |||
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Mit Unverständnis und Enttäuschung hat der AP-Betriebsrat auf die bislang vorliegenden Informationen über einen Verkauf des deutschen AP-Dienstes an ddp reagiert. Der Gesamtbetriebsrat sprach in einer Erklärung von einem "traurigen Tag". Mit dem Verkauf der AP GmbH ende "ein stolzes Kapitel Mediengeschichte". Die Nachrichtenagentur ddp bestätigte den Bericht der Süddeutschen Zeitung in einer Meldung am späten Montagabend: "Die Nachrichtenagentur ddp Deutscher Depeschendienst hat die deutsche Tochter der US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP) am Montag mit sofortiger Wirkung übernommen. ... Die AP-Dienste werden weiterhin produziert und von ddp integriert." Die AP-Geschäftsleitung kündigte für (den heutigen) Dienstag eine öffentliche Mitteilung an. Die Vertretung der Redakteure und kaufmännischen Angestellten bei AP kritisierte die Informationspolitik ihres Unternehmens. Es sei bezeichnend, "dass wir ... die erste Nachricht vom offenbar sofortigen Verkauf wieder einmal nur aus der Zeitung erfahren haben." Die Gründe für den Verkauf seien "zum großen Teil ein Rätsel". Schließlich sei die AP GmbH bis zuletzt "mit einem Jahresumsatz von rund 13 Millionen Euro hochprofitabel" gewesen und habe "Jahr für Jahr Millionen-Überschüsse an die Mutter in New York überwiesen". "Wirtschaftliche und strategische Gründe"AP hat die längste ausländische Agenturtradition in Deutschland. Bereits 1931 wurde eine AP GmbH gegründet, die einen deutschsprachigen Dienst plante. Das Berliner Büro wurde 1941 vom NS-Regime geschlossen. So ging die erste deutschsprachige AP-Meldung erst 1946 auf den Ticker, 1950 wurde die AP GmbH als deutsche Tochtergesellschaft wiedergegründet. Seit 1981 gibt es als eigene Einheit der GmbH auch einen Schweizer Dienst in deutscher und französischer Sprache. Im Unterschied zum chronisch defizitären AP-Dienst in Frankreich - für den AP keinen Käufer fand - ist der deutsche Dienst profitabel geblieben. Das lag nicht zuletzt an einer - gemessen am Marktführer dpa - kleinen, aber engagierten Redaktion. Diese blickt auf ein bewegtes Jahr zurück. Im Februar nahm Geschäftsführer Oliver Lux nach knapp vier Jahren seinen Abschied. Die von ihm geplanten Investitionen in die Zukunft von AP, gestützt auf eine Studie unter Leitung des Agenturmarktexperten Wolfgang Wähner-Schmidt, fanden in New York offenbar keine Zustimmung, zumal Associated Press auf ihrem heimischen Markt in den Sog der Zeitungskrise geriet. Der neue Geschäftsführer Nigel Baker hatte sein Büro schon nicht mehr in Frankfurt, sondern führte die Geschäfte der GmbH von London aus - neben seiner Zuständigkeit für ganz Europa, Afrika und Asien. Wenige Monate nach der Übernahme der neuen Aufgabe gab es die ersten Presseberichte über einen möglichen Verkauf an ddp, die von den Beteiligten zunächst dementiert beziehungsweise als Gerücht bezeichnet wurden. Der jetzt nach Wochen massiver Unsicherheit für die Redaktion beschlossene Verkauf der AP GmbH ist eine einschneidende Änderung in der Geschichte der Nachrichtenagenturen in Deutschland - zu vergleichen nur mit dem Rückzug von UPI aus Deutschland im Jahr 1971. Daraus entstand damals der Deutsche Depeschendienst (ddp), der nach einer wechselvollen Firmengeschichte nun den deutschsprachigen Dienst von AP übernimmt.
AP beschäftigt in Deutschland rund 110 Mitarbeiter, darunter 80 Redakteure. Die Zentrale in Frankfurt ist zugleich technischer Knoten für die Leitungen des Agenturnetzes nach Osteuropa. Die 25 Textredakteure in Frankfurt erstellen rund um die Uhr einen Dienst mit etwa 300 Meldungen am Tag, davon 40 Prozent Auslandsnachrichten. Für diese wird der englischsprachige Dienst mit dem aktuellen Content der AP-Korrespondenten in aller Welt ausgewertet und an die Bedürfnisse der Medienöffentlichkeit in Deutschland angepasst. Der Inlandsdienst stützt sich auf die Redaktion in Frankfurt und auf die Hauptstadtredaktion in Berlin. Der Nachrichtendienst enthält auch wöchentliche Themenpakete zu Ressorts wie Gesundheit, Kino, Rock- und Popmusik sowie Computer und Internet. Der Textnachrichtendienst wird begleitet von Fotos und Infografiken. Zur AP GmbH gehört auch der Schweizer Dienst mit Redaktionen in Bern und Zürich. Dort werden Schweizer Inlandsmeldungen recherchiert und geschrieben, die Auslandsmeldungen kommen aus Frankfurt beziehungsweise - für den französischsprachigen Dienst der Schweiz - aus Paris.
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