AFP-Generaldirektor Eveno tritt zurück  E-Mail
Samstag, den 19. November 2005 um 21:47 Uhr

Der AFP-Generaldirektor Bertrand Eveno hat überraschend seinen Rücktritt zum Jahresende erklärt - zehn Monate vor Ablauf seiner zweiten Amtszeit. Die Entscheidung fällt mit einem Misstrauensvotum der Belegschaft zusammen, die Eveno die Verletzung journalistischer Grundsätze vorwirft.

Dabei ging es um die Aushändigung von AFP-Fotos an die Polizei. Die Fotos dokumentierten einen Angriff von etwa zehn Personen auf einen Zivilipolizisten während einer Demonstration am 1. Oktober in der korsischen Stadt Bastia. Die Gewerkschaften CGT, SNJ, FO, CFDT, Sud, CGC und CFTC riefen ihre Mitglieder daraufhin zu dem Misstrauensvotum gegen die Geschäftsführung auf. Schon im vergangenen Jahr gab es zwei solcher Voten. Im Oktober 2004 protestierten Redakteure und andere Mitarbeiter mit mehrstündigen Streiks gegen Bonuszahlungen für leitende Angestellte bei gleichzeitigem Sparkurs für den Rest der Belegschaft.

"Die Motive meiner Entscheidung sind zuerst persönlicher Art", erklärte Eveno. Er wolle sich einer neuen unternehmerischen Aufgabe widmen, erklärte der 61-Jährige, der seit 2000 an der Spitze von AFP stand.

Mit der Nachfolge beschäftigt sich jetzt der Verwaltungsrat von AFP. Von den 15 Mitgliedern dieses Gremiums stellt die Presse acht Vertreter, der Rundfunk zwei, der französische Staat drei und die Beschäftigten zwei. Als neuer Président Directeur Général (PDG) ist Pierre Louette im Gespräch, der dem Kabinett von Edouard Balladur angehörte und seit zwei Jahren für die Finanzen von AFP zuständig ist.

 

 

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