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Kartellamt ohne Einwände gegen Fusion von ddp/AP E-Mail
Dienstag, den 20. Juli 2010 um 09:29 Uhr
Das Bundeskartellamt hat seine Prüfung der Übernahme des deutschen AP-Dienstes durch ddp abgeschlossen und keine Einwände dagegen erhoben. Damit steht dem Zusammenschluss beider Dienste zur neuen Nachrichtenagentur dapd nichts mehr im Weg. Die "formellen Voraussetzungen einer Entflechtung" seien nicht gegeben, entschied die Behörde nach einem Bericht von meedia.de. Der Sprecher der Agenturgruppe, Wolfgang Zehrt, erklärte in einer ddp-Meldung: "Das Bundeskartellamt hat hier eine klare Entscheidung für die Medien- und Angebotsvielfalt getroffen." Marktführer dpa hatte die Behörde im April angerufen und zur Begründung erklärt, dass mit dem Zusammenschluss von AP und ddp "die Zahl der Wettbewerber bei Nachrichtenagenturen in Deutschland erheblich reduziert" werde.  
 
News auf dem iPad E-Mail
Donnerstag, den 01. Juli 2010 um 22:03 Uhr

ipad_apWerden neuartige Tablet-Computer wie das iPad die Nutzung von Nachrichten und anderen journalistischen Inhalten verändern? Für eine umfassende Antwort auf diese Frage ist es wohl noch zu früh. Klar ist aber, dass das iPad mit seinem großen Display und seiner gerade noch handlichen Form sehr viel bessere Möglichkeiten der Medienpräsentation bietet als ein Smartphone. Auch den E-Book-Readern mit der bislang noch auf Graustufen beschränkten E-Ink-Technik ist das iPad überlegen.

Entsprechend engagiert gehen die großen Nachrichtenagenturen ihre iPad-Projekte an. Nahezu zeitgleich mit der iPad-Einführung Anfang April in den USA hat AP seine iPhone-App für das größere Gerät weiterentwickelt. Texte, Fotos und Videos werden in thematischen Kategorien sortiert und in kleinen Streifen auf einem Leinen-Hintergrund angezeigt, der offenbar Seriosität zum Ausdruck bringen will, aber etwas langweilig wirkt. Das Screen-Layout verschenkt viel Platz und wird damit den iPad-Möglichkeiten nicht gerecht. Im Unterschied zu Videos lassen sich die Fotos nicht in der vollen Bildschirmgröße anzeigen.

Von Thomson Reuters gibt es gleich vier Apps fürs iPad: Reuters News, Reuters Galleries (Fotos), Reuters Insider (einen Multimedia-Dienst für Finanznachrichten, die Registrierung ist in der Einführungsphase zurzeit noch kostenlos) und das Thomson Reuters Marketboard. Neben aktuellen Nachrichten hält die News-App auch interessante Tools bereit wie einen Währungsrechner oder Charts für wichtige Aktienbörsen oder auch einzelne Wertpapiere. Die Galleries von Reuters präsentieren Pressefotos zu aktuellen Themen wie der Fußball-WM sowie in der Rubrik "Editor's Choice" eine Auswahl von Bildern der letzten 24 Stunden. Die Fotos lassen sich formatfüllend anzeigen und können auch in einer Diaschau abgespielt werden.

Die iPad-Angebote von AP und Reuters sind bislang ganz auf ein Publikum in den USA oder in Großbritannien ausgerichtet. Die AP-App fragt zwar den aktuellen Standort des Nutzers ab und verwendet dabei die GPS-Schnittstelle. Die aktuelle Temperatur für diesen Ort wird aber nur in Fahrenheit angegeben: 75 Grad in Berlin! Die Reuters News Apps zeigt keine Charts für den DAX an, die gibt es aber immerhin auf dem Thomson Reuters Marketboard.ipad_rtr

In Paris arbeitet AFP derweil an einem Angebot für das Apple-Tablet. Wie schon beim AFP-App für das iPhone gehe es vor allem darum, "die App Kunden als White Label zur Verfügung zu stellen", erklärte der Geschäftsführer der AFP GmbH, Clemens Wortmann, auf Anfrage von agenturjournalismus.de. Für die iPhone-APP gebe es bereits zwölf Partner in Frankreich, in Deutschland gelang die Premiere mit der Frankfurter Neuen Presse. "AFP will sich damit den klassischen Kunden als technischer Partner und Dienstleister empfehlen, was Bindung erzeugt und Zusatzabos von Rubriken überregionalen Inhalts generiert", erklärte Wortmann.

Von den deutschen Agenturen hat dpa Anfang Juni eine Prototyp-Ausgabe der Frankfurter Rundschau auf dem iPad vorgestellt. Dabei habe sich gezeigt, "dass HTML5 (insbesondere unter Zuhilfenahme der neuen semantischen Tags, zusammen mit semantischen CSS-Klassen) gut geeignet ist, um (Zeitungs-) Inhalte für die Darstellung auf Tablets bereitzustellen", erklärte Gerd Kamp in einem Blog-Beitrag des dpa Newslabs. Für den neuen HTML-Standard spreche auch, dass die Darstellung eines gedruckten Produktes nicht eins zu eins für Tablet-Computer wie das iPad übernommen werden sollte. Das dpa Newslab erwartet, "dass Tablets als multifunktionale Geräte eine größere Verbreitung im Markt finden werden als E-Reader". Es sei aber damit zu rechnen, dass sich das von den klassischen E-Book-Readern verwendete EPUB-Format noch längere Zeit halten werde.

 
Abschied vom Agenturnamen ddp E-Mail
Donnerstag, den 01. Juli 2010 um 10:33 Uhr

Nach 39 Jahren verschwindet der Agenturname ddp aus den Nachrichten: Der einstige Deutsche Depeschendienst geht zusammen mit dem ehemaligen deutschen Dienst von Associated Press (AP) in einem neuen gemeinsamen Basisdienst mit der Bezeichnung dapd auf. Mit dieser Agenturkennung werden auch die Nachrichten beider Redaktionen verbreitet. Neben dem bisherigen ddp fällt auch das Kürzel apn weg, mit dem die Meldungen von DAPD (der ehemaligen AP) bislang vertrieben wurden.

Der neue gemeinsame Basisdienst startet im September mit einem einheitlichen Text-, Foto- und Grafikdienst aus dem In- und Ausland, wie die DAPD ddp media holding AG mitteilte. Dieser Dienst wird "zusätzlich zu den bisherigen Diensten beider Agenturen angeboten" und soll bis zu 500 Meldungen sowie bis zu 2.000 Fotos täglich enthalten. Damit soll erreicht werden, dass die aktuellen Kundenverträge mit den bisherigen Anbietern ddp und DAPD zunächst unverändert weiterlaufen können.   

Bei der Vorstellung des neuen Konzepts kündigte dapd die personelle Verstärkung von Ressorts und Landesbüros an. Ein eigenes Recherche-Ressort mit zunächst sechs Redakteuren soll sich "weitgehend losgelöst vom Termindruck auf das Aufdecken von Skandalen und Affären konzentrieren, zugleich aber tagesaktuelle Themen mit einer fundierten Hintergrund-Berichterstattung begleiten". Außerdem will dapd einen Korrespondenten nach Kalifornien entsenden, der sich zusammen mit weiteren Redakteuren um "die Berichterstattung über das Internet und digitale Lifestyle-Themen" kümmern soll. Die Gesamtzahl der redaktionellen Mitarbeiter im Inland gab Chefredakteur und Geschäftsführer Cord Dreyer mit über 400 an, darunter nahezu 200 Textredakteure und 77 fest angestellte Fotografen. Als neuer stellvertretender Chefredakteur und Chef des Newsdesks in Berlin wurde der 49-jährige Dirk Lübke berufen, der bisher Chefredakteur bei der Goslarschen Zeitung war.

 

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